Herz-Operation Mohammed Najou



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Ausgangslage und Chronologie

Ende Oktober 2007 erhielt ich die Nachricht, Mohammed Najou sei schwer krank. Er brauchte eine Operation, bei welcher eine künstliche Herzklappe eingesetzt wurde. Ich erhielt die ärztlichen Dokumente, liess sie von einem befreundeten Arzt in der Schweiz begutachten und hatte damit die Gewissheit, dass die Geschichte wirklich stimmt. Nach langem Hin und Her wurde Mohammed Najou im Januar 2008 erfolgreich in Marrakech operiert.

Bei einem Spendenaufruf Ende Oktober '07 an alle Personen, die mit Rickli Wanderreisen in Marokko waren, kam eine schöne Summe zusammen. Damit konnte einerseits die Herz-OP bezahlt werden. Zudem konnten wir über vier Jahre Mohammed und seine Familie mit Fr. 1'000.- bis 2'000.- pro Jahr unterstützen.

Ein Teil der Abmachung war, dass Mohammed uns innert zwei Jahren nach seiner Operation einen Plan vorlegen sollte, wie er künftig seinen Lebensunterhalt bestreiten möchte. Denn als Trekking-Koch konnte er nicht mehr arbeiten, zu anstrengend ist diese Arbeit. Wenn zur Verwirklichung seines Plans Geld notwendig wäre, dann würden wir ihm Kapital zur Verfügung stellen. Wenn aber keine Idee von ihm käme, dann würden wir mit dem Geld andere Bedürftige unterstützen.



2010 hatte sich Mohammed Najou längstens von der ersten Operation erholt. Er hatte bis Sommer 2010 allerdings keine Idee vorgebracht, wie er sein Leben künftig bestreiten wolle. Deshalb beschlossen wir, etwa einen Viertel der noch vorhandenen Spenden als Notfall-Reserve zurück zu behalten. Den Rest haben wir zur Unterstützung anderer Familien im Bergtal Aït Bougmez eingesetzt:

Drei Familien erhielten einen Kredit. Diese Familien hatten alle den Vater/Bruder/Sohn verloren. Damit war niemand da, der Geld verdienen konnte. Die Familien kauften mit dem Kredit nach dem Hammel-Fest Schafe, als der Preis dafür tief war. Sie wollten die zu erwartenden Lämmer auf das nächste Hammel-Fest hin verkaufen, wenn der Preis für Schafe/Lämmer hoch ist.
Ein Trekking-Führer musste im Januar/Februar 2011 sein ganzes Erspartes in die Operation seines neugeborenen Mädchens stecken, das mit einem "offenen Rücken" (Spina bifida) zur Welt kam. Wir konnten ihm die Kosten der Operation mit den Spenden decken. Das Mädchen ist heute (2012) offiziell als "gesund" erklärt worden. Es hat dank dieser Operation gute Aussichten auf ein Leben ohne nennenswerte Behinderung.
Nachtrag 2013: Das Mädchen läuft auf eigenen Beinen. Etwas später als andere Kinder, doch es hat tatsächlich Laufen gelernt!




Im Mai 2011 erhielt ich die Nachricht, dass Mohammed Najou erneut eine Operation am Herzen braucht: Eine zweite Herzklappe muss eingesetzt werden. Es geht ihm schlecht, er hat Atemnot, ist sehr stark abgemagert, kann sich kaum auf den Beinen halten. Ich habe den Rest der Spenden sofort nach Marokko überwiesen. Die Summe deckt gerade den Betrag, der für das Operationsmaterial gebraucht wird. Im Lauf der Wochen und Monate erhielt Mohammed Najou dreimal einen Operations-Termin im öffentlichen Spital in Marrakech. Er wurde aber jedesmal zurückgestellt, weil eine andere Person noch schlimmer dran war als er. Im Januar 2012 erhielt er Bescheid, er sei nun auf der Warteliste für diese Operation - wenn es ihm wirklich schlecht gehen würde, dann soll er als Notfall ins Spital kommen und würde dann relativ bald operiert.



Im April 2012 sind wir immer noch gleich weit. Ich habe deshalb mit Salah Najou, dem Bruder von Mohammed, beschlossen, dass wir Mohammed in einer Privatklinik opeieren lassen. Das kostet zwar Geld, aber dort wird er rasch operiert. Denn wir wissen nicht, wie lange Mohammed noch durchhält. Allein mit Medikamenten lässt sich eine solch gravierende Unterfunktion des Herzens nicht unbegrenzt aufrecht erhalten. Wir befürchten: Je später die Operation erfolgt, desto wahrscheinlicher kommt es zu Folgeschäden. Schliesslich ist Mohammed erst 49-jährig, Vater von 5 Kindern, das jüngste ist knapp zwei Jahre alt.

Im April 2012 folgt deshalb ein Spendenaufruf per Email für die zweite Herz-Operation von Mohammed Najou. Es geht um Fr. 6'200.- für die Operation (das Material ist bereits bezahlt). Nach den sehr guten Erfahrungen der Spendenaktion 2007 habe ich den Betrag als privaten Vorschuss bereits nach Marokko geschickt. Denn ich möchte weitere Verzögerungen soweit möglich verhindern. Wir rechnen damit, dass Mohammed im Mai 2012 operiert wird.

Sollten mehr als Fr. 6'200.- eintreffen, dann werden wir Mohammed Najou und seine Familie erneut nach der Operation unterstützen, vorderhand so lange es notwendig ist. Denn Mohammed wird nach der Operation eine geraume Zeit nicht auf seinen Feldern arbeiten können, schon gar nicht als Trekking-Koch. Und sollte gar noch mehr Geld gespendet werden, dann bin ich sicher, dass wir in Marokko sehr gute Verwendung finden werden dafür.



Im Mai 2012 hatte Mohammed eine lebensbedrohende Krise. Er wurde in der Ambulanz nach Marrakech in das öffentliche Spital gebracht. Dort musste er zunächst auf der Intensivstation gepflegt werden bis die Herz-Operation überstehen konnte. Anschliessend wurde er operiert: Die neue Herz-Klappe wurde eingesetzt. Er erholte sich im Anschluss recht gut und ist nun wieder zu Hause im Aït Bougmez. Er muss jeden Monat nach Azilal fahren, um die Blutwerte zu prüfen und die Medikamente einzustellen (die Blutproben werden von Provinzspital Azilal nach Marrakech geschickt, dort ausgewertet und der Befund zurück nach Azilal rapportiert).

Es sind genügend Spenden eingegangen, so dass die Operation mehr als gedeckt ist. Denn die Notfall-Operation am öffentlichen Spital kostet weniger als die geplante Operation in einer Privat-Klinik. Domit kann die Familie von Mohammed Najou nun über längere Zeit unterstützt werden.




April 2013: Bis in den Januar 2013 hörte ich von Mohammed, er sei nach der Operation immer noch sehr schwach - und sehr schmal im Gesicht. Ende März dann die Überraschung: Mohammed gehe es nun so gut, dass er wieder als Trekking-Koch arbeiten wolle. Er habe im März erste kurze Trekkings testweise bekocht. Alles ging gut. Daraufhin haben wir ihm ein Lastmuli gekauft, damit er mehr verdienen kann: Einerseits als Koch, anderseits als Besitzer des Lastmulis. Für den April ist er als Koch auf einem 9-tägigen Trekking vorgesehen. Ich wünsche ihm, dass er das gut übersteht und künftig fast normal arbeiten kann.
Übrigens: Vor einem Jahr ist Mohammed Grossvater geworden!



Juni 2013: Auf den Einsatz im April auf dem 9-tägigen Trekking musste Mohammed verzichten. Am Tag vor Beginn des Trekking hatte er Schmerzen in einem Bein und traute der Sache nicht. Er überliess den Job einem anderen Trekking-Koch und ging zur Kontrolle ins Spital. glücklicherweise hatten die Schmerzen nichts mit dem Herzen zu tun, sondern waren ein Rheuma-Anfall.
Seit da hat er mehrere kurze Einsätze als Trekking-Koch ohne Probleme erledigt. Es sieht ganz danach aus, dass Mohammed wieder zu seiner alten Arbeit als Trekking-Koch zurückkehren kann.



Juli 2013: Eine traurige Nachricht: Am 23. Juli 2013, mitten im Ramadan, ist Mohammed Najou gestorben. Er starb zu Hause im Aït Bougmez, im Kreis seiner Angehörigen. Sein Herz hat nicht mehr mitgemacht. Er hinterlässt seine Frau und 5 Kinder. Die ältesten beiden Kinder sind ausgezogen, doch das jüngste Kind, ein Nachzügler, ist erst 2-jährig.
Die Nachricht seines Fortgangs erreichte mich mit einem schönen Wunsch: "Que dieu le protège dans le paradis" (Dass Gott ihn im Paradies beschützen möge).
Eins ist klar: Die noch vorhandenen Spendenmittel, die für die zweite Herz-Operation gespendet wurden, werden nun zur Unterstützung von Mohammed's Familie eingesetzt.




Wie helfen?

Wer helfen möchte, kann einen Beitrag überweisen auf Postcheck-Konto 30-163066-0 (Rickli Wanderreisen, 9056 Gais) mit dem Vermerk "Operation". Auch kleine Beiträge sind willkommen. Rickli Wanderreisen übernimmt sämtliche Spesen.




Wer ist Mohammed Najou? (Stand Nov. 2007)

Mohammed Najou ist ein Trekking-Kochaus dem Aït Bougmez (Tal im Hohen Atlas). Er hat uns während den letzten 9 Jahren bestens bekocht auf unseren Reisen im Hohen Atlas und in der Wüste in Südmarokko. Er ist 44 Jahre alt, hat 4 Kinder, das jüngste ist 18 Monate alt.

Sein Zustand ist schlecht, der Atem setzt manchmal aus, er hat viel Gewicht verloren.

Mohammed hat - nach dem Tod des Vaters - als ältester Sohn der Familie die Felder im Tal übernommen. Er ist in erster Linie Bauer. Mit dem Nebenerwerb als Trekking-Koch verdient er etwas Bares auf die Hand, doch Erspartes ist nicht vorhanden. Die Familie von Mohammed versucht, möglichst viel Geld selbst aufzutreiben. Es ist aber absehbar, dass sie es nicht schaffen werden, den Betrag auch nur annähernd zusammen zu kratzen.

Mohammed's Bruder, Salah Najou (ein ausgebildeter Bergführer, mit dem ich seit nun 16 Jahren zusammenarbeite) hat mich gefragt, ob ich ihm aus der Klemme helfen kann. Ich gebe die Bitte an Euch weiter. Denn es geht mit Fr. 15'000.- (100'000 marokkanische Dirham) um einen zu hohen Betrag, als dass ich ihn sprechen könnte. Vom Brunnen-Projekt in der Wüste sind nach dem Abschluss noch Fr. 3'000.- vorhanden. Diese gebe ich gerne an Mohammed weiter. Ich glaube, dies ist auch im Sinn der meisten von Euch, die für den Brunnen gespendet haben. (Wenn jemand für den Brunnen gespendet hat und nicht möchte, dass der "Überschuss" für Mohammed's Operation verwendet wird, dann bitte ich um Mitteilung).

Etwas Hintergrund zum sozialen Netzwerk: In einer Familie wie jener von Mohammed und Salah Najou ist jene Person stets für alle anderen verantwortlich, welche am meisten verdient. Mohammed hat wegen seiner Krankheit seit 3 Monaten kein Einkommen mehr und wird bis auf weiteres keine Gruppen bekochen können. Da Salah Najou jener ist, der in der Familie am meisten verdient, liegt die ganze Last auf ihm. Für Salah ist die Sache klar: Die Operation wird durchgeführt, selbst wenn er sich und seine eigene Familie hoch verschulden muss.


Mohammed Najou im Küchenzelt

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